So kannst du in Zukunft mit deinen Stressfallen umgehen.

Es gibt jede Menge Stressfallen (wie Zeitdruck, Schlafmangel, fehlende Struktur, Lärm, Menschenansammlungen etc.), die unsere Bedürfnisse (z. B. nach Ruhe) torpedieren. Deshalb ist es sinnvoll, sich anzusehen, welche Stressfallen es in deinem Leben gibt und wie du in Zukunft besser mit ihnen umgehen kannst. 

 

Das persönliche Stressempfinden ist bei jedem Menschen anders. Was man als Stress wahrnimmt, hat mit vielen Faktoren zu tun - angefangen bei der genetischen Veranlagung über Erziehung bis hin zu Kindheitserlebnissen. Wie hat man gelernt, mit Konflikten umzugehen? Wie sicher geht man durch die Welt? Hat man Ängste, die einen begleiten? Gibt es aktuell schwierige Rahmenbedingungen, die die Stresstoleranz senken wie fehlender Schlaf, Krankheiten, pflegebedürftige Eltern usw.? So kommt es, dass deine einen eine Situation völlig kalt lässt, während der andere völlig die Kontrolle verliert. Es gibt an der Stelle also kein "Jetzt stell dich mal nicht so an", denn was wir als Stress empfinden, ist in uns angelegt und das sollten wir erst nehmen.


Hier zunächst eine Auswahl möglicher Stressfallen in deinem Alltag 

 

Aufgaben 

  • Zeitdruck, Hektik (Beispiele: morgendliches Kinderrödeln, Zuspätkommen, im Stau stehen, Deadlines in Job, Wartezeiten)
  • Multitasking (Beispiel: Du arbeitest, während du mit deinem Kind redest)
  • Leistungsdruck durch mangelnde Unterstützung (Beispiele: Mehrfachbelastung im Job oder als Alleinerziehende, gesamte Hausarbeit und Familienorganisation liegt bei dir)
  • zu hohe Ansprüche/Perfektionismus (Ich muss schneller/ schlauer/ schlanker werden)
  • zu wenig Zeit für mich

Unklarheit 

  • unklare Zielvorgaben (Beispiel: Was ist eine gute Mutter? Was ist gut genug?)
  • unterschiedliche Erwartungshaltung an Eltern (Beispiel: Wie bringe ich Bedürfnisse meines Kindes nach Liebe, Geborgenheit, Aufmerksamkeit, Freiheit etc. überein mit den Ansprüchen der Gesellschaft nach wohlerzogenen und belastbaren Kindern, die ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen?) 
  • fehlende Struktur, keine Vorhersehbarkeit im Alltag, ständige organisatorische Umstellungen (Beispiele: plötzlicher Wutanfall,  Aufdrehen kurz vor Schlafengehen, Kind will nicht schlafen will, Meetings ohne Rücksicht auf Kitaschließzeiten, ständig Läuse in der Kita) 

Umgebung

  • Lärm/Krach (Beispiel: Kindergeschrei, während du dich unterhalten möchtest) 
  • Enge (Beispiel: zu kleine Wohnung)
  • große Menschenansammlungen
  • schlechte Luft 
  • zu helles Licht, zu wenig Grün 
  • Wärme oder Kälte
  • Unordnung, Chaos (Beispiele: ewiger Wäscheberg, Wohnungsschlüsselsuche)

Zwischenmenschliches 

  • wiederkehrende zwischenmenschliche Konflikte mit Kindern (Beispiele: Diskussionen ums Zähneputzen, Quengelei und Trotzanfälle beim Einkaufen, Nörgelei um Essen, Gemecker wegen Hausaufgaben, Streit der Kinder untereinander um banale Sachen, aber auch: , wenn Streit wegen sinnloser Sachen bei Kindern, kann es nie allen recht machen - einer meckert immer)
  • zwischenmenschliche Konflikte unter Erwachsenen (Beispiele: Trennungen, Beziehungsprobleme, Verlustängste, lärmempfindliche Nachbarn, Konkurrenzdenken unter Müttern) 
  • keine Möglichkeit des Austauschs (Beispiele: alte Freunde mit Geburt verschwunden, keine Zeit für abendliche Treffen)

Menschliche Bedürfnisse 

  • Hunger oder Durst 
  • Schlafmangel 
  • Bewegungsmangel
  • Krankheiten und Schmerzen  

Sorgen 

  • Schulden oder andere finanzielle Sorgen, wenig Geld 
  • Sorgen, ungelöste Probleme und Zukunftsängste
  • große Krisen (Beispiele: Ich werde alt, muss neuen Job suchen, Warum arbeite ich eigentlich?, Oma hat Krebs, Wir trennen uns, Krieg bricht aus)

1. Identifikation deiner Stressfallen

 

Es gibt jede Menge Stressfallen (wie Zeitdruck, Schlafmangel, fehlende Struktur, Lärm, Menschenansammlungen etc.), die unsere Bedürfnisse (z. B. nach Ruhe) torpedieren. Deshalb ist es sinnvoll, sich anzusehen, welche Stressfallen es in deinem Leben gibt und wie du in Zukunft besser mit ihnen umgehen kannst. 

 

Beobachte dich im Alltag

und stelle dir dabei folgende Fragen

  • In welchen Situationen komme ich regelmäßig unter Stress oder bin genervt? 
  • Auf was hatte ich von Beginn an keine Lust? (Aufgaben, Unternehmungen...) 
  • Was stresst mich am allermeisten? 
  • Was macht mich immer wütend? (Krach, Unordnung, Multitasking, Leistungsdruck etc.)
  • In welchen Momenten ist mein Kind gestresst - und damit auch ich? Auf was hat es gar keine Lust? Wo gibt es immer Diskussionen? Wann ist es besonders anstrengend? 
  • Wie kündigt sich eine Anspannungssituation bei mir an? Welche Alarmsignale gibt mein Körper? (Kiefer wird fest, stieren, Kribbeln in den Händen, Blut rauschen, Pochen im Hals etc.) 

Hilfestellung für deine Wahrnehmung

Viele Mamas sind so unter Dauerspannung, dass sie Stress oder Wut erst sehr spät wahrnehmen - nämlich dann, wenn die Situation schon eskaliert und kein klarer Gedanke mehr möglich ist. Die frühzeitige Wahrnehmung ist Übungssache. Du wirst immer besser darin werden. Es gibt diverse Wahrnehmungstechniken, die dich dabei unterstützen.

 

Stimmungsschwankungen beeinflussen deine Wahrnehmung.

Gerade bei uns Frauen passiert es häufig, dass wir Situationen abhängig von unserem Zyklus völlig unterschiedlich bewerten. Viele Frauen berichten, dass sie in der Woche vor ihrer Periode mit gesteigerter Aggressivität und Launenhaftigkeit zu kämpfen haben. Hier lohnt sich ein Versuch mit Mönchspfeffer (Apotheke), der dir helfen kann, diese Stimmungsschwankungen und damit das persönliche Stressempfinden zu lindern.

 

Halte deine Beobachtungen fest.

  • Lege dir am besten ein Stresstagebuch zu, dass du für einen gewissen Zeitraum führst. Das kann ein ganz normales Notizheft sein, in dem du deine Stresssituationen anhand deines Tagesablaufs notieren kannst. Am Ende der Woche kannst du deine Aufzeichnungen ansehen, mögliche Muster erkennen und daraus deine Schlüsse ziehen (dazu mehr in Schritt 2)
  • Die abgespeckte Variante ist, dir die Liste mit Stressfallen auszudrucken und immer ein Kreuzchen an der entsprechenden Stelle zu setzen, wenn du in Stress gerätst (optimalerweise mit einer kurzen Notiz zur Situation). So findest du zumindest heraus, bei was du am meisten unter Stress kommst. 

Und nun? 

Nachdem du deine persönlichen Stressfallen erkannt hast, geht es nun darum, einen neuen Umgang mit ihnen zu finden. In Schritt 2 schauen wir uns deshalb an, wie du Möglichkeiten findest, deinen Stressfallen möglichst stark aus dem Weg zu gehen. 


2. Neuen Umgang mit Stressfallen finden

Bei diesem Schritt darfst du kreativ werden und solltest versuchen, Möglichkeiten zu finden, dein Stressfallen zu umschiffen. Vielleicht findest du nicht immer gleich die perfekte Lösung, aber es ist ein Anfang und du kannst dich Stück für Stück steigern. Wichtig ist, dass du beginnst, dein Leben von Stress zu befreien und damit auch deine Wut zu mildern. Manchmal sind es bereits kleine Dinge, die einen echten Unterschied für deinen Tag machen.

 

Auf deiner Suche nach Lösungen können dir folgende Fragen helfen: 

  • Welche Stressfallen kann ich vermeiden? 
    (Sollte ich den Kinderkurs canceln, vor dem es immer Stress gibt? Sollte ich lernen, Nein zu sagen? Finde ich ein System, meine Aufgaben neu zu bewerten und zu entschlacken? Muss ich diese Person treffen, die mir nicht gut tut? Wie schaffe ich regelmäßige Mahlzeiten? Kann ich mir Regeln für den Alltag setzen z. B. dass ich nicht alles gleichzeitig mache oder künftig nicht mehr auf Veranstaltungen mit großen Menschenansammlungen gehe?) 
  • Gibt es Alternativen? 
    (Kann ich an dem einen Tag vielleicht eher Feierabend machen, damit wir es ohne Hetzerei zum Kinderkurs schaffen und dafür an einem anderen Tag länger bleiben?)
  • Wie kann ich Stressfallen mildern? Wer oder was kann mir dabei helfen? 
    (Kann ich Aufgaben aufteilen? Kann ich eine Ruhepause am Tag einlegen, in der sich der Vater um das Kind kümmert? Wann kann ich diesem Menschen aus dem Weg gehen? Wie kann ich Bewegung wenigstens in meinen Alltag einbauen? Kann ich Verabredungen am Nachmittag lieber immer eine halbe Stunde später legen, damit wir beim Abholen in der Kita keinen Stress bekommen? Wie bekomme ich mehr Struktur in unsere Tage? Wo bekomme ich warme Winterklamotten her?)

Halte deine Lösungen fest. 

Notiere deine Lösungen am besten ebenfalls in deinem Stresstagebuch. Da es Schwarz auf weiß niedergeschrieben ist, schaffst du eine bessere Verbindlichkeit für dich. Auch später, wenn sich vielleicht wieder alte Muster einschleifen und du wieder beginnst, stärker unter Stress zu geraten, kannst du so schnell auf gute Lösungen zurückgreifen.

Was sind deine größten Stressfallen?

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