Dein Kind als Unterstützer

Ist mein Mäusezahn nicht noch viel zu klein dafür? Nein, es ist sogar pädagogisch wertvoll! Jesper Juul sagte schon, dass man den Kindern nie Dinge abnehmen soll, die sie auch selber tun können und ihnen damit zu vermitteln: Ich trau dir das nicht zu. Kinder freuen sich und sind stolz darauf, wenn sie etwas beitragen können. Sie erleben sich als wertvollen Teil der Familie, der Verantwortung übernimmt und seinen (kindgerechten) Beitrag dazu leistet. Das tut gut! 

 

Was passiert mit deinem Kind, wenn es mithilft? 

  • Es lernt, sich selbst zu organisieren und zu planen. Das fördert seine Selbstständigkeit und Alltagskompetenz.
  • Es lernt, Hindernisse selbst aus dem Weg zu räumen. Das stärkt die Selbstwirksamkeit
  • Es entwickelt Selbstvertrauen, da du ihm zutraust (nicht zumutest!), mit zunehmenden Alter Verantwortung zu übernehmen. Nebenbei fördert es das Gemeinschaftsgefühl der Familie, da jeder seinen Teil beiträgt. 
  • Motorik und Feinmotorik werden trainiert.
  • Disziplin und Ausdauer werden geschult.
  • Ihm werden neue Rollenbilder vermittelt, denn auch Jungs können natürlich im Haushalt mithelfen.
  • Es bekommt entspanntere Eltern ;) 

Okay, wie kannst du es grundsätzlich angehen? 

  • Kinder schon von kleinauf in Alltagsaufgaben einbeziehen (diese müssen sie dann noch nicht eigenständig lösen, aber können mithelfen), so wird es selbstverständlich, mit anzupacken und die Eltern zu unterstützen; sonst kann es passieren, dass sie später gar nicht mehr einsehen, mitzuhelfen 
  • Impuls, wenn Kind helfen will, nutzen und sie mitmachen lassen - das dauert dann zwar meist länger, lohnt sich aber auf lange Sicht
  • altersgerechte Aufgaben übergeben, die gut zu bewältigen sind 
  • Aufgaben am besten in einem Plan festhalten, der meist besser akzeptiert wird als der bloße Zuruf. Der Plan kann in gemeinsamer Runde mit allen Familienmitgliedern erstellt werden, so dass alle daran mitgewirkt haben. 
  • Dranbleiben und immer wieder erinnern, dass jedes Familienmitglied für das Zuhause verantwortlich sind - nicht nur du. (mögliches Gemaule an der Stelle übergehen)
  • Immer, wenn du dich fragst, ob du das deinem Kind zumuten kannst, frag dich auch: Warum kannst du es dann dir zumuten?
  • selbst mit gutem Beispiel vorangehen
  • auch den Vater in die Pflicht nehmen (Gleichberechtigung)
  • Mädchen und Jungs gleichberechtigt in die Verantwortung nehmen

Planen und Erinnern

Manchmal braucht es einen kleinen Reminder, um dein Kind an seine Aufgaben zu erinnern. Am besten erstellt man diesen Reminder gleich als Bilder für Vorschulkinder, aber auch später prägen sich Bilder besser ein als Worte.  

  • Mögliche Symbolbilder von regelmäßig wiederkehrenden Aufgaben: Sporttasche, Jacke, Brotdose, Staubsauger, Spülmaschine usw. 
  • Option 1: Liste mit Aufgabenbildern laminieren und täglich abhaken
  • Option 2: Symbolbilder auf Magneten anbringen und mit Bild vom Kind an Kühlschrank heften 
  • es gibt sicher noch viele weitere Spielarten

Konkrete Aufgaben für dein Kind

findest du hier

 

Bei aller Freude am Helfen

Kinder sollen am Ende des Tages noch genug Zeit haben, um zu spielen und Kind sein zu dürfen.

 

Magst du noch was ergänzen?

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