So schaffst du dir Zeit für dich allein

Wie immer gilt: Es sind alle Ideen. Schau, was für dich und eure Situation am besten passt. 

 

Nimm dich wichtig genug!

Die Zeit wird dir nicht einfach zufliegen, sondern kann nur durch dich geschaffen werden. Das ist nicht immer leicht, völlig klar, aber sooo wichtig! Du kannst dich nicht ständig um alles und alle kümmern, ohne dich um dich selbst zu kümmern. Das funktioniert nicht. Es lohnt sich, genauer auf deine verfügbare Zeit am Tag zu schauen und dir deine Inseln zu schaffen. Nimm dich selbst wichtig und mach Zeit für dich zu einer Priorität - genauso, wie es deine Familie ist. Du darfst dir Zeit für dich nehmen, ohne schlechtes Gewissen und das dass blöde Gefühl, keine gute Mutter zu sein. Ganz im Gegenteil! Wenn Mama happy ist, ist es der Rest der Familie auch. In deiner Zeit kannst du Kraft tanken und dir Fürsorge schenken. Dann musst du nicht stark sein und funktionieren, sondern kannst dich treiben lassen und entspannen.  Anfangs ist es vielleicht ungewohnt, aber es ist wichtig, überzeugt davon zu sein, dass es jetzt wichtig ist, eine kleine Pause zu haben. Nur, wer es schafft, sich auch kleine Auszeiten freizuräumen, kann nachhaltig funktionieren.

 

Nicht als Belohnung, sondern Ausgleich

Pausen und Erholung sollten zu deinem Alltag werden - nicht nur als Belohnung, sondern als fester Bestandteil deines Lebens. Deines neuen glücklichen Lebens. Es wird immer etwas zu tun geben. Die Arbeit wird nie ganz erledigt sein. Deshalb warte nicht erst, bis du alles abgearbeitet hast, sondern nimm dir die Pausen bewusst dazwischen.  

 

Kein weiteres To do auf deiner Liste.

Selfcare bedeutet nicht, dass du ab jetzt dein Leben radikal auf den Kopf stellst. Vielmehr geht es darum, dass du dich selbst dort abholst, wo du jetzt gerade bist - und nicht dort, wo du glaubst sein zu müssen. Schau, was du brauchst und ermögliche es dir - auch in kleinen Schritten. Versuche, Selfcare nicht als weiteres To do auf deiner Liste zu sehen, sondern als ein Geschenk an dich selbst. 

 

Fang ruhig klein an.

Lass dich von Gedanken wie "Die Zeit habe ich nicht" oder "Was bringen schon 10 Minuten?" nicht von deinem Vorhaben abbringen. Es muss möglich sein, dass du dir mindestens 10 Minuten am Tag nur für dich nimmst und es gibt unzählige Möglichkeiten, wie du diese 10 Minuten für dich gestalten und einen echten Unterschied für dich machen kannst. Ziel sollte trotz allem sein, die Zeit für dich deutlich zu steigern, aber ist der Anfang erst gemacht und ein Bewusstsein für die Bedeutsamkeit dieser Auszeiten entwickelt, eröffnen sich meist weitere Möglichkeiten. Außerdem bekommst du durch die Pausen ein viel besseres Gespür dafür, was dein Körper und deine Seele gerade brauchen. Wenn es hin und wieder still um dich wird, kannst du viel besser hinhorchen und fühlen, was dir gut tut. Sich selbst eine Pause zu schenken und Zeit für sich zu nehmen, ist immer gut investierte Zeit - und wenn es anfangs nur 10 Minuten am Tag sind. 

 

Werde aktiv für deine Zeit.

Me-Time fällt nicht vom Himmel. Du solltest täglich daran arbeiten und Strategien entwickeln, um sie umzusetzen. Eine gute Übung dafür ist folgende: 

 Aufgaben sortieren nach Dingen MIT Kind und Dingen OHNE Kind

Alles, was mit Kind geht (wie Hausarbeit, Einkaufen etc.), wird auch nur mit Kind gemacht und nicht in der Zeit, in die du für Dinge OHNE Kind geschaffen hast (konzentriert arbeiten, Zeit für dich etc.). Dann kannst du die Zeit ohne Kind viel effizienter nutzen und bist viel schneller fertig, als mit Kind. Bedeutet, wenn du morgens Arbeit eingeplant hast, fängst du nicht an, vorher "noch fix" den Abwasch zu machen. Bei Dingen MIT Kind kannst du deine Kinder auch gut einbinden

 

Zeitlücken finden ohne Kind 

  • Hinweis an alle Mamas, die komplett mit Kind zu Hause sind: Bitte diesen Punkt überspringen und gleich zum nächsten hüpfen
  • überleg mal, wo du zumindest 10 oder 15 Minuten (gern natürlich auch mehr) für dich am Tag herausnehmen kannst, um dich mal ganz auf dich zu fokussieren.
  • Ein paar Ideen:
    • Zug oder Bahn statt Auto und gewonnene Zeit nutzen. 
    • 10-minütiger Spaziergang zur Arbeit (Auto stehen lassen, Haltestelle eher aussteigen etc.)
    • nach Meeting Tasse Tee trinken und nicht gleich zur nächsten Aufgaben hetzen 
    • Mittagspause ausdehnen und kurzen Spaziergang machen 
    • kurze Pause zwischen Arbeit und Kita im Park einlegen
    • Kind für ein paar Minuten länger in Kita lassen 
    • bestehende Pausen verlängern
  • Ideen für Entspannungs-Quickies gibts hier
  • Wichtig ist, mindestens einmal am Tag ganz still und ruhig zu werden - das geht manchmal auch gemeinsam mit Kind.

Zeitlücken finden mit Kind zu Haus

  • in den Morgenstunden, wenn noch alle schlafen (für ganz Motivierte gibt es hier Anregungen für die Morgenroutine
  • während des Mittagsschlafes 
  • in den Abendstunden
  • während Kind anderweitig beschäftig ist 
    • eigenes Spiel (wie du es schaffst, dass dein Kind auch allein spielt, erfährst du hier)
    • Kind in Badewanne mit Hörspiel 
    • Hörspiel 
    • virtuelle Playdates mit Kita-Freunden als Videochat 
    • Videochat mit Familie, z. B. kann Oma eine kleine Geschichte vorlesen (vielleicht als kleines tägliches Ritual?)
    • TV (kleiner Hinweis dazu)

Auszeit mit Kind besprechen 

  • Sprich mit deinem Kind, dass auch Mama mal eine kurze Pause brauchst und du für die xy Minuten mal deine Ruhe haben und nur in absoluten Notfällen gestörst werden möchtest.
  • Kinder haben noch kein gutes Zeitgefühl. Wenn sie den Zeitraum nicht gut einschätzen können, ist die gefühlte Zeit für sie schnell zu lang und sie stehen wieder bei dir auf der Matte. So kannst du ihnen vermitteln, wann die vereinbarte Zeit vorüber ist - und Mama wieder ansprechbar: 
    • Kurzzeitwecker/Eieruhr/Küchenwecker, der sichtbar runter zählt 
    • Zahl auf der Uhr zeigen, auf der der große Zeiger stehen muss und ggf. Sticker als Erinnerung darauf kleben
    • Wecker stellen, der nach vereinbarter Zeit klingelt
    • Timer von Handy (allerdings Risiko, dass Kind dann am Handy hängt)
    • die Dauer einer Folge ihrer Lieblingsserie oder eines Hörspiels, dass du ihm anmachst 
  • wichtig: vereinbarte Zeit unbedingt einhalten, damit dein Kind merkt, dass es sich auf dich verlassen kann. So fällt das Loslassen auch immer leichter. 

Neue Zeitfenster schaffen ohne Kind 

  • Immer nur Häppchen, davon wird auf Dauer keiner satt. Es ist wie mit deinem Handy, dass du nur für ein paar Minuten auflädst, da die Zeit für mehr nicht reicht. Das geht schon erstmal eine Weile, aber so richtig weit kommst du damit nicht. Du dümpelst bei deinen 20 % herum und musst Angst haben, dass der Akku gleich rot leuchtet, weil du ein bisschen zu viel online warst oder jemand anruft.
  • Schau lieber, dass du deine Akkus hin und wieder richtig gut auflädst. Versuche, auch mal größere Freiräume für dich zu schaffen und dein Kind in dieser Zeit von jemand Anderem betreuen zu lassen.
  • Denk dabei in Lösungen, anstatt von vornherein zu sagen "Das geht nicht". Überlege lieber, wie es vielleicht doch gehen könnte. 
  • Kinderbetreuungsmöglichkeiten findest du hier.

Regelmäßigkeit 

Zeit für dich sollte kein Luxus, sondern eine Selbstverständlichkeit in deinem Leben sein, die du dir täglich schenkst. Das ist nachhaltiger, als dich mit deinen Bedürfnissen über Tage oder Wochen hinweg zu vernachlässigen und dann zum großen Gegenschlag mit einem ganzen Tag nur für dich auszuholen. Dieser Tag wird toll, gar keine Frage, aber er kann nicht aufholen, was du dir über längere Zeit vorenthalten ist. Das Ergebnis ist, dass der Erholungseffekt innerhalb kürzester Zeit verpufft und du wieder genauso erschöpft sein wirst, weil sich ja nichts an deinem alltäglichen Umgang mit deiner Zeit ändert. Deshalb mach es dir lieber zu Gewohnheit, dir täglich etwas Zeit nur für dich zu schenken - und den Tag für dich nimm gern auch noch mit.  

 

Umgang mit schwierigen Phasen

Es gibt Phasen im Leben, die sind einfach hart. Dort ist dann kein Raum für Selbstverwirklichung und pure Fremdbestimmung steht an der Tagesordnung. Das ist für diese Zeit okay. Anstatt dagegen anzukämpfen und dir die letzte verbleibende Kraft zu rauben, solltest du diese Phase annehmen und akzeptieren. Was du gerade nicht ändern kannst, nimm an. Für den Moment! Sage dir, dass es kein Dauerzustand sein wird, behalte deine Bedürfnisse trotzdem im Blick und versuche zumindest, die absolute Selfcare-Basics zu erfüllen: So viel wie möglich schlafen, regelmäßig und ausgewogen essen, viel trinken, Bewegung (und sei es nur ein Spaziergang) - am besten an der frischen Luft. Wenn es wieder bergauf geht, solltest du deine Zeit wieder stärker in den Fokus nehmen und dir bewusst gönnen.

Wie verschaffst du dir Zeit?

Dann schreib mir und bitte vergiss nicht das Stichwort "Zeit für dich" in deiner Nachricht. Dankeschön :) 

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.